Seebestattung

Dies gilt zum Beispiel für die immer häufiger gewünschte Seebestattung. Die Aufhebung des Friedhofzwanges bei der Seebestattung beantragt in der Regel der Bestatter und ist nur noch eine reine Formsache.

Entgegen anders lautender Vorstellungen oder Erzählungen muss auf See die Urne beigesetzt werden, d.h. die Asche wir in keinem Fall “einfach über die See gestreut”. Richtig ist, dass zu diesem Zweck die Asche aus der Aschenkapsel in eine spezielle See-Urne gegeben wird, die ein Zertifikat über die Zersetzung innerhalb von 72 Stunden haben muss. Solche Keramik- oder Sandsteinurnen werden lediglich bei 700 C° gebrannt und lösen sich im Meer innerhalb von 72 Stunden auf.

Beisetzungsorte finden sich in gesonderten Seegebieten der Nord- und Ostsee sowie auf dem Atlantik. Das entsprechende Schiff fährt bis in die vorgeschriebenen Seegebiete — Längen- und Breitengrad der Beisetzungsstelle werden für die Hinterbliebenen später auf einer Urkunde vermerkt. Nachdem die Urne zu Wasser “geviert” wurde, wird die Schiffsglocke nach einem alten Ritual sechsmal geschlagen, um anderen Schiffen auf See die Beisetzung anzuzeigen. Danach wird dreimal um die Beisetzungsstelle herumgefahren und das Schiff verlässt das offene Seegebiet wieder in Richtung Heimathafen. Diese Rituale werden traditionsgemäß auch dann durchgeführt, wenn keine Angehörigen den Gestorbenen begleiten und es auf See zu “Gemeinschaftsbestattungen” kommt.

Seebestattungen werden von unterschiedlichen Gesellschaften angeboten, die außerdem ein- bis zweimal im Jahr individuelle Gedenkfahrten für die Angehörigen durchführen.