Pressemitteilung 210/03 vom 18.9.2003
Trend zur anonymen Bestattung und zur Beisetzung ohne theologischen Beistand hält an
Nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes wurden im Jahr 2002 auf Berliner Friedhöfen 32.734 Personen beigesetzt. Die überwiegende Zahl der Begräbnisse in Berlin fand ohne theologischem Beistand statt. In den letzten drei Jahren sank der Anteil der Beerdigungen mit kirchlicher Begleitung von knapp 40 Prozent im Jahre 2000 auf 35 Prozent im Jahre 2002.
Der Trend zum anonymen Begräbnis hält weiter an. Hierbei handelt es sich um 12.908 Beisetzungen entweder in namenlosen Grabstätten ohne individuellen Grabstein oder in Gemeinschaftsgrabstätten. Der Anteil der anonymen Begräbnisse an allen Beerdigungen stieg seit 1991 kontinuierlich und hat 2002 in Berlin fast die 40 Prozent-Marke erreicht. Diese Beisetzungen fanden nur auf städtischen (80 Prozent) und evangelischen Friedhöfen statt.
Begräbnisse 1991
bis 2002
Im Jahre 2002 wurden Begräbnisse auf 189 Friedhöfen vorgenommen - ein evangelischer Friedhof wurde im letzten Jahr geschlossen. Mehr als die Hälfte davon (104) verwaltete die evangelische, neun die römisch-katholische Kirche. Außerdem gab es drei jüdische Friedhöfe, einen russisch-orthodoxen sowie einen privat verwalteten. Die Stadt Berlin besaß 71 Begräbnisstätten.
Derzeit umfasst das gesamte Friedhofsareal in den Stadtgrenzen Berlins 1.070 ha, dies entspricht gut einem Prozent der Stadtgebietsfläche. Die größte Friedhofsfläche liegt in Pankow mit 164 ha gefolgt von Steglitz-Zehlendorf (121 ha), die kleinste in Marzahn-Hellersdorf (16 ha).
Die Zahl der Beerdigungen entsprach mit 32.734 Beerdigungen fast genau der Zahl des Vorjahres. Davon waren knapp 76 Prozent Urnenbeisetzungen, rund 200 mehr als im Vorjahr. Für 17.521 der in Berlin vorgenommenen 24.813 Urnenbeisetzungen fand die Einäscherung zuvor in einem Berliner Krematorium statt. Daraus ergibt sich, dass fast 30 Prozent der Einäscherungen außerhalb der Stadt durchgeführt wurden.
Begräbnisse in
Berlin 1991 bis 2002
| Jahr | Begräbnisse | Erdbestattungen | Urnenbeisetzungen | ||||
|
insge- samt |
letzter Wohnort |
insge- samt |
in % aller Begräbnisse |
insge- samt |
in % aller Begräbnisse | ||
| Berlin | sonstiger | ||||||
| 1991 | 41.298 | 39.914 | 1.384 | 11.672 | 28,3 | 29.626 | 71,7 |
| 1992 | 40.948 | 39.525 | 1.423 | 11.428 | 27,9 | 29.520 | 72,1 |
| 1993 | 39.124 | 37.761 | 1.363 | 11.220 | 28,7 | 27.904 | 71,3 |
| 1994 | 40.218 | 38.609 | 1.609 | 10.932 | 27,2 | 29.286 | 72,8 |
| 1995 | 37.882 | 36.206 | 1.676 | 10.251 | 27,1 | 27.631 | 72,9 |
| 1996 | 38.137 | 36.360 | 1.777 | 10.090 | 26,5 | 28.047 | 73,5 |
| 1997 | 36.030 | 34.302 | 1.728 | 9.568 | 26,6 | 26.462 | 73,4 |
| 1998 | 35.351 | 33.405 | 1.946 | 9.206 | 26,0 | 26.145 | 74,0 |
| 1999 | 35.281 | 33.345 | 1.936 | 8.779 | 24,9 | 26.502 | 75,1 |
| 2000 | 33.351 | 31.156 | 2.002 | 8.391 | 25,2 | 24.960 | 74,8 |
| 2001 | 32.738 | 30.824 | 1.914 | 8.119 | 24,8 | 24.619 | 75,2 |
| 2002 | 32.734 | 30.758 | 1.976 | 7.921 | 24,2 | 24.813 | 75,8 |
Von den drei Berliner Krematorien Treptow, Ruhleben und Wedding hat das Weddinger Krematorium, das zum 1. Januar 2003 geschlossen wurde, wie schon im Vorjahr die meisten Einäscherungen vorgenommen.
Neben den Beisetzungen auf Berliner Friedhöfen wurden 222 Seebestattungen gemeldet. Davon entfielen 153 auf die Ostsee und 69 auf die Nordsee. Die heutige Seebestattung ist eine Form der Feuerbestattung und setzt die Genehmigung einer Ausnahme vom geltenden Friedhofszwang voraus.
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